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Die Pfarrer Reslhuber Stiftung

 

Text von Johannes Schaffarczyk

 

Der Pfarrer der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Franz Seraph Reslhuber, gestorben am 18. August 1912 mit 76 Jahren, ist noch heute in der Gemeinde präsent. Dies liegt an seiner Stiftung, die er hinterlassen hat. Sie sollte die Armen- und Krankenanstalt in Kirchdorf wirtschaftlich absichern und vor Schaden durch gesellschaftliche Veränderungen bewahren.

 

Diese Einrichtung geht zurück auf den Kirchdorfer Pfarrer Georg Weber (1844-1864); er hatte 1848 den Nothelferbund gegründet, dessen Erlöse die finanzielle Grundlage für den Bau eines Armenhauses zusammen mit der Gemeinde Kirchdorf bildeten. Mit dem Bau wurde 1876 unter dem Pfarrer Josef Putz (1870-1877) begonnen. Daraus entwickelte sich das heutige Seniorenheim St. Josef. Pfarrer Reslhuber wirkte fast 25 Jahre überaus segensreich in Kirchdorf. In seinem Testament vom 20. Januar 1900 verfügte er die Gründung einer Stiftung unter seinem Namen, die vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren als öffentliche Einrichtung bürgerlichen Rechts am 16. Februar 1916 genehmigt wurde.

 

In sie ging sein Vermögen ein: Grundstücke von 21 Tagwerk zu 10000 Mark, Hypotheken zu 5000 Mark und ein Inventar im Wert von 5000 Mark. Die Erträge daraus fließen bis zum heutigen Tag gemäß dem Stifterwillen allein ins Seniorenheim St. Josef.

Als Gegenleistung legte Pfarrer Reslhuber fest: „Für mich als Stifter sollen aus dem Stiftungsfond jährlich zwei heilige Messen in der Anstaltskapelle gelesen werden und zwar am 4. Oktober zum geistlichen Bindband und an meinem Sterbetag; an diesen beiden Tagen sollen alle in der Anstalt bessere Nahrung an Speis und Trank erhalten.“ Diese Verfügung wird Jahr für Jahr umgesetzt.

 

In der Tat wird dieser Stiftungswille alljährlich aufrechterhalten, wobei es sich bei einem täglichen drei Gänge Menü immer schwieriger gestaltet noch etwas „besseres an Speis und Trank“ auf den Tisch zu bringen. Die Stiftung kommt bis auf den heutigen Tag den Menschen im Seniorenheim zu gute. Zuletzt wurde aus dem Stiftungsvermögen der Generationengarten zwischen dem Kindergarten und dem Seniorenheim angelegt, der von unseren Senioren sehr gern genutzt wird.

 

Der Stiftungsrat setzt sich aus dem jeweilig amtierenden Bürgermeister, dem Pfarrer und der jeweiligen Heimleitung zusammen. Zusammen mit der Geschäftsleitung entscheiden sie, was aus der Stiftung zum Wohle der Bewohner finanziert werden kann.